Über
meine Arbeit
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Raum,
der Zweidimensionalität von
Malerei und den Widersprüchen, die sich daraus ergeben. Mich
interessieren Strategien
des Illusionismus in der Malerei, dessen Anziehungskraft auf den
Betrachter und
letztendlich der Fragilität der Konstruktionen und deren
Auflösung in der Fläche.
Meine Formensprache erinnert an Architekturzeichnung, sehr einfache
Computergrafik
oder auch an die abstrakte, konstruktivistische Malerei der klassischen
Moderne.
Architektonische Elemente treffen dabei auf Naturphänomene,
Lichtstimmungen,
Spiegelungen auf Wasseroberflächen oder splitternde Eisschollen.
Möglicherweise
vertraut scheinendes ist aus dem Zusammenhang gerissen oder reduziert
zu abstrakten
Chiffren und Mustern.
Perspektiven werden überzeichnet, kippen oder bilden negativen
Raum - so decke ich
Strategien des Illusionismus auf, dekonstruiere sie und letztendlich
ist ganz klar, dass es
sich bei dem Gemälde um eine Fläche handelt. Die ungrundierte
Leinwand wird ein Teil
der Konstruktionen und des Spiels mit dem Widerspruch Malerei
als Repräsentation vs.
Malerei als Malerei.
So entstehen Überlagerungen, netzartige Strukturen, Verdichtungen.
Wegen meiner
offenen Maltechnik bleibt alles, was ich auf der Leinwand gemalt
habe, sichtbar. Es gibt
keine Korrekturen, sondern lediglich Reaktionen auf bereits vorhandenes.
Dementsprechend prozesshaft ist meine Arbeitsweise. Dabei gehe
ich von einer Bildidee
aus, die im Malprozess immer wieder in Frage gestellt und weiterentwickelt
wird.
Malerische und zeichnerische Elemente ergänzen sich, wobei
ein persönlicher
Malgestus zurück tritt gegenüber der Konstruktion mit
Linien und monochromen Flächen.
Es geht darum, größtmögliche Klarheit und Künstlichkeit
zu erzeugen, jedoch nicht ohne
das ganze sofort wieder mit einer Art subversiver Ironie über
diese Anklänge von
Perfektionismus zu unterlaufen. So kann z.B. durchaus eine „tonnenschwere“
Architektur
auf einer Stelze aus einem dünnen Aquarellstrich stehen.
Diese aquarellartigen Ausblühungen sind kalkulierte physikalische
Unfälle und
ergeben sich aus der Technik und dem verwendetem Material. In
den letzten Arbeiten
setze ich vermehrt Unschärfen und freie malerische Elemente
ein, die den Aspekt von
Improvisation, der in meinen Arbeiten schon immer vorhanden war,
sichtbar in den
Vordergrund treten lassen.
Die Farbigkeit ist Teil dieses Aspekts. Ich arbeite gezielt mit
Disharmonien und schrägen
Kontrasten, baue sie so ein, dass sie im Bild gerade deshalb funktionieren
und Spaß
machen, weil sie hart an der Schmerzgrenze sind. Ich benutze farbige
Tuschen,
Airbrush-Farben und Buntstifte die die Flächigkeit und Offenheit
meiner Arbeiten
unterstützen und es ermöglichen, sehr schnell zu malen.
Ich setze diese Farben sowohl
transparent als auch deckend ein, auf teilweise nasser, ungrundierter
Leinwand.
Meine Malereien sind weder Abbildung noch treffen sie eine eindeutige
Aussage, vielmehr
werfen sie Fragen auf und nähern sich auf diese Weise ihrem
Thema. Zuerst geht es um
Malerei, aber auch um eine Sicht auf die Welt und darauf, wie
Menschen sie gestalten.